Medien, Kunst und Industrie

Tarifverhandlungen haben unerfreulich begonnen!

Tarifverhandlungen haben unerfreulich begonnen!

Tarifrunde 2016 für Angestellte in Zeitungsverlagen
Angestellte an Tageszeitungen, Druckindustrie ver.di

ver.di hat den Gehaltstarifvertrag für Angestellte in Zeitungsverlagen in NRW fristgemäß gekündigt. ver.di hat den Zeitungsverlegern die Forderung nach der angepassten Übernahme des Tarifabschlusses der Druckindustrie übermittelt.
Der Tarifabschluss in der Druckindustrie:

ab 1. April 2016: 3 Nullmonate
ab 1. Juli 2016: 2%
ab 1. August 2017: 1,8%
Laufzeit: 29 Monate bis 31. August 2018
würde bei einer Übernahme für die Angestellten in Zeitungsverlagen in NRW folgendes bedeuten:
ab 1. Oktober 2016: 3 Nullmonate
ab 1. Januar 2017: 2%
ab 1. Februar 2018: 1,8%
Laufzeit: 29 Monate bis 28. Februar 2019

Am 28. November 2016 fand die 1. Tarifverhandlung in Düsseldorf statt.

ver.di hat die Übernahme des Tarifabschlusses der Druckindustrie wie folgt begründet: Dieser Tarifabschluss trägt auch der Branchensituati-on der Zeitungsverlage Rechnung, darüber hinaus gibt es auch Zeitungsverlage in NRW, die für ihre Angestellten den Gehaltstarifver-trag für Angestellte der Druckindustrie anwenden. Dies findet z.B. in Hessen auch flächendeckend statt. Die Zeitungsverleger in NRW haben in früheren Tarifverhandlungen auch auf die Tarifabschlüsse der Druckindustrie Bezug genommen und deren Übertragung auf die Angestellten in Zeitungsverlagen eingefordert.

Die Zeitungsverleger haben darauf hingewiesen, dass sich die Auflagen um – 4,2%, die Anzeigenumfänge um – 7,5% und die Beilagen um – 2,5% entwickelt haben. Darüber hinaus ist in NRW das Wirtschaftswachstum deutlich schlechter und die Inflationsrate günstiger als im Bund. Aus diesen Gründen sehen die Verleger keine Möglichkeit zur Übernahme des Tarifabschlusses der Druckindustrie. Die Verleger gaben dann erste Hinweise für ein mögliches Angebot und nach einer Unterbrechung legten sie folgendes „Angebot“ vor:

Ab 1. Oktober 2016: 3 Nullmonate
ab 1. Januar 2017: 1,4%
im 1. Quartal 2018: eine Einmalzahlung
Laufzeit: 20 Monate bis 31. Mai 2018

ver.di hat auf dieses „Angebot“ mit Empörung regiert. Ein Abschluss auf dieser Grundlage wäre der mit deutlichem Abstand schlechteste Tarifabschluss in allen Tarifbereichen in diesem Jahr, weshalb ver.di einen solchen Abschluss auch nicht tätigen wird. Das „Angebot“ ist auch eine Geringschätzung der Arbeit der Angestellten in Zeitungsver-lagen, die nach Umstrukturierungen und Personalabbau deutlich mehr leisten müssen.

Die Zeitungsverleger haben nun darauf hingewiesen, dass der Tarifabschluss der Druckindustrie in einem Tarifbereich mit hohem Organisationsgrad und hoher Kampfkraft zustande kam und sie auf dem Arbeitsmarkt Beschäftigte für die Tätigkeit in Zeitungsverlagen zu günstigeren Bedingungen bekommen können.

Dies bedeutet, dass die Zeitungsverleger wegen des unzureichenden Organisationsgrades und der unzureichenden Kampfkraft der Ange-stellten in Zeitungsverlagen glauben, dieses „Angebot“ machen zu können!

Die nächste Tarifverhandlung findet am 19. Dezember 2016 statt.


Was wäre, wenn wir nicht wären?
Was wäre, wenn wir noch mehr wären?

JETZT Mitglied werden: HIER