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„Arbeitsunrecht“ startet Freitag Aktionen bei Toys „R“ Us: für einen rechtsverbindlichen Tarifvertrag mit Gewerkschaft

Der Spielwarenhändler Toys „R“ Us ist für Freitag (13. Mai) als „Aktionsbetrieb” der Internet-Plattform „Arbeitsunrecht” ausgewählt worden. Auch für die Filiale Köln Marsdorf sind Aktivitäten angekündigt. Darüber hinaus will „Arbeitsunrecht“ in mindestens neun weiteren Städten über seine Internetseite lokale Gruppen und Ad-hoc-Komitees zu selbständigen und eigenverantwortlichen Aktionen im Bereich der Filialen des Spielwarenhändlers aufrufen. Betroffen sind Geschäfte in Essen, Braunschweig, Kiel, Hannover, Köln-Marsdorf, Aschaffenburg, Würselen, Schönefeld, Ludwigshafen und Heilbronn.

Die Beschäftigten von Toys „R“ Us in bundesweit 20 Filialen protestieren seit Monaten gegen Arbeitgeberwillkür und verlangen die Anerkennung der regionalen Flächentarifverträge des Einzelhandels. Das Unternehmen verweigert bisher die Tarifbindung und versucht, Streiks mit der Zahlung von Prämien zu unterlaufen und den Gesamtbetriebsrat mit der Aufforderung zu betrieblichen Entgeltverhandlungen unter Druck zu setzen. Dabei handelt das Unternehmen offenbar in der Gewissheit, dass Tarifvereinbarungen mit Betriebsräten rechtlich nichtig sind und die so vereinbarten Löhne einseitig wieder gesenkt werden können.

Ziel der Aktionen am Freitag ist es, dass die Beschäftigten Solidarität von Außenstehenden erfahren. „Die Aktionen stärken Beschäftigten und Betriebsräten den Rücken. Rechtsverbindliche und faire Löhne kann man nur in einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft vereinbaren. Betriebsvereinbarungen sind faule Kompromisse“, erklärte der zuständige ver.di-Sekretär Benedikt Frank „Wir brauchen jetzt einen langen Atem, um gute Arbeit auch bei Toys „R“ Us durchzusetzen.“

„Ein Großteil der bundesweit rund 1.700 Beschäftigten verdient gerade einmal 8,70 Euro brutto. Diese Praxis wollen wir schleunigst beenden“, sagte Benedikt Frank Nach Einzelhandelstarif zum Beispiel von NRW müssten die Beschäftigten zwischen 10,37 und 15,15 Euro verdienen. Nicht hinnehmen will ver.di auch die vielen Verträge mit unfreiwilliger Teilzeit und die hohe Befristungsquoten von mehr als 50 Prozent bei Toys „R“ Us. Das Unternehmen betreibt bundesweit 65 Filialen.

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