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"Tarifvertrag Entlastung" für NRW-Krankenhäuser

Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

"Tarifvertrag Entlastung" für NRW-Krankenhäuser

ver.di mobilisiert - Alarmierende Zustände beheben

Die 350 Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen müssen sich im nächsten Jahr auf Auseinandersetzungen um mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen einstellen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) startet die bundesweite „Tarifbewegung Entlastung“ und mobilisiert die Krankenhausbeschäftigten. In elf regionalen Auftaktveranstaltungen in NRW informiert die Gewerkschaft zurzeit über die Inhalte eines „Tarifvertrags Entlastung“, der mehr Personal, verlässliche Arbeitszeiten und einen Belastungsausgleich vorsieht.

„Die Berichte über die Zustände in den Krankenhäusern in NRW sind alarmierend. Nur weil Beschäftigte regelmäßig an und über ihrer Belastungsgrenze hinaus arbeiten, ist die Patientenversorgung überhaupt noch aufrecht zu erhalten“. erklärte Wolfgang Cremer, ver.di-Fachbereichsleiter Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen.

Bundesweit fehlen nach ver.di-Berechnungen 162.000 Stellen in Krankenhäusern. In allen Berufsgruppen sei mehr Personal nötig, um eine angemessene Versorgung der Patienten gewährleisten zu können. Allein in der Pflege fehlen danach 70.000 Stellen. „Eine gesetzliche Personalbemessung für Krankenhäuser ist der effektivste Weg. Hier ist die Politik weiter gefordert. So lange es die nicht gibt, müssen wir auch durch Tarifverträge für eine sichere Versorgung der Patientinnen und Patienten sorgen“, sagte Cremer.

Der „Tarifvertrag Entlastung“ soll die Personalausstattung in den Vordergrund stellen. An der Charité in Berlin wurde in diesem Jahr nach 17 Streiktagen ein entsprechender Tarifvertrag vereinbart. Im Saarland sind aktuell alle 21 Krankenhäuser von ver.di zu Tarifverhandlungen aufgefordert worden. Die Gewerkschaft will nicht weiter dulden, dass Krankenhaubeschäftigte Pausen und Freizeit opfern, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.